Danke FÜR IHRE MÜHE, Kühe!

Best of Bauernweisheiten: Eine Kuh macht Muh, viele Kühe machen Mühe. Und wenn es sich um Bio-Milchvieh handelt, dann sogar noch etwas mehr. Zurecht. Hier eine kleine Übersicht der Faktoren, die es beim Thema Milchwirtschaft und Tierwohl zu beachten gilt und was Bio und Konventionell unterscheidet.

Weidegang & Haltung

Konventionell

Weidegang ist nicht vorgeschrieben. Aus Kostengründen bleiben die meisten Milchkühe das ganze Jahr über im Stall. Üblich sind Ställe mit Spaltböden. In 1/3 der konventionellen Betriebe gilt die bewegungseinschränkende Anbindehaltung. Eine Platzvorgabe gibt es nicht.

Bio

Regelmäßiger Weidegang oder Auslauf ist für Bio-Kühe vorgeschrieben. Pro Kuh sind mindestens 6 qm Stallfläche plus mindestens 4,5 qm Außenfläche vorgesehen. Die Tiere dürfen frei herumlaufen und nur in Ausnahmesituationen angebunden werden.

Futter

Konventionell

Der Nahrungsbedarf wird zum Großteil durch konventionell erzeugtes Kraftfutter gedeckt. Das steigert zwar die Milchleistung, widerspricht laut Bio-Ansatz jedoch dem natürlichen Fressverhalten. Der Anbau von Sojafutter belastest zudem die Umwelt.

Bio

Bio-Futter muss komplett pestizid- und gentechnikfrei sein. Der größere Futteranteil muss aus Raufutter wie Heu und Gras bestehen. Zudem müssen mindestens 60 % des Futters vom Betrieb selbst oder regional erzeugt sein.

Antibiotika

Konventionell

Obwohl es verboten ist, lassen schwammige Regelungen die präventive Vergabe von Antibiotika zu. Auch in Krankheitsfällen wird rasch auf Antibiotika zurückgegriffen.

Bio

Die präventive Vergabe von Antibiotika ist strikt verboten. Sollte die Gabe unumgänglich sein, gelten streng kontrollierte Regeln.

Hörner

Konventionell

Kühe haben Hörner. Männliche als auch weibliche Tiere. Je enger der Raum, auf dem Rinder gehalten werden, desto größer die Gefahr, dass sie sich gegenseitig verletzen. Deshalb wird konventionelles Milchvieh routinemäßig enthornt oder hornlos gezüchtet. Das Enthornen kann mitunter schmerzhaft sein und wird von Bioverbänden als nicht artgerecht betrachtet.

Bio

In der Bio-Rinderhaltung ist keine Enthornung vorgesehen und muss in Ausnahmesituationen genehmigt werden. Stattdessen werden spitze Hörner geschützt und den Tieren mehr Platz zum Ausweichen geboten. Viele Biobetriebe setzen auf hornlose Rassen. Bei der Demeter Haltung sind das Enthornen und genetisch hornlose Rassen gänzlich verboten.

Kälber

Konventionell

Damit Kühe weiter Milch produzieren, müssen sie einmal im Jahr kalben. In der konventionellen Milchwirtschaft werden die Kälber direkt nach der Geburt von ihren Müttern getrennt und meist in Einzelboxen maschinell gefüttert.

Bio

Auch in den meisten Biobetrieben werden Kälber kurz nach der Geburt von der Mutter getrennt. Jedoch ist die Haltung in Einzelboxen verboten. Verbreitet ist das Konzept der Ammenhaltung: Dabei säugt eine fremde Mutterkuh die Kälber.