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Geht Bauer sein auch ohne Tiere?

Liebe Kund*innen,

das landläufige Bild von einem „richtigen“ Bauernhof schließt Tiere ganz selbstverständlich mit ein! Kein Spielzeugbauernhof, kein Film und kein Kinderbuch zum Thema ohne niedliche Ferkel, Kälber, Lämmer oder flauschige Küken.

Auch in der Realität sind Nutztiere schwer wegzudenken aus der bäuerlichen Landwirtschaft, nicht zuletzt wegen des Dungs, den sie liefern. Biolandbau, ganz besonders der biodynamische nach Demeter-Richtlinien, setzt auf autonome Stoffkreisläufe. Also auf die Nährstoff-Produktion, -Versorgung und -Wiedergewinnung innerhalb eines geschlossenen Systems. Und da gehört das „liebe Vieh“ einfach dazu.

Was aber, wenn ein Bauer, eine Bäuerin vegan leben und eine ebenfalls vegan lebende Kundschaft mit Gemüse aller Art, mit Kräutern, Obst, Nüssen oder Getreide beliefern möchte? Tierhaltung kommt dabei nicht in Betracht, auch keine ökologische. Und ganz sicher kein Pflanzendünger, der vom Misthaufen stammt! Wie meistert man aber dann die Herausforderung, Nährstoffe in ausreichender Menge und Vielfalt ins Anbausystem einzuspeisen und darin zu halten?

Dass dies möglich ist, machen inzwischen nicht nur vegane Bauern in Großbritannien vor, wo viehfreie Landwirtschaft in Europa zuerst Fuß fasste.

Auch der Vegetarierbund Deutschland listet auf seiner Internetseite eine ganze Reihe deutscher und österreichischer Biobetriebe auf, die zeigen, wie es geht. Darunter der Hof von Silvia und David Geier im brandenburgischen Löwenberger Land oder der Gärtnerhof Bienenbüttel, den Klaus Verbeck und Uta Kaltenbach in der Lüneburger Heide betreiben.

Hier wie dort sind die Erträge hart erkämpft. Denn der völlige Verzicht auf all das, was anderswo im Landbau der tierische Dünger leistet, ist nur mit mehr Aufwand auszugleichen.

Das beginnt mit der Gründüngung, die den Humusanteil der Böden erhöht, mit der Stickstoffversorgung des Ackerbodens durch mehrjähriges Kleegras und Körnerleguminosen als Zwischenkultur, mit eigener Kompostierung und manchmal auch mit dem Zukauf biozertifizierten Fremd-Komposts. Und es reicht von der sorgfältigen Auswahl standortangepasster Kulturen mit möglichst niedrigem Nährstoffbedarf und deren besonders arbeitsintensiver Pflege bis zu Ernten mit oft geringeren Erträgen als auf vergleichbaren Demeter-Höfen mit Tieren.

Im Demeter-Verband bezweifelt man zwar, dass etwa veganer Getreidebau ohne erheblichen Nährstoffeintrag von außen über viele Anbauzyklen wirtschaftlich ertragreich bleiben kann. Und auch die tierfrei wirtschaftenden Landwirt*innen selbst sehen ihre Anbauweise nicht unbedingt als Modell, das einfach auf die gesamte Fläche übertragen werden könnte.

Machbar ist vegane Landwirtschaft bei uns aber durchaus auf weit mehr Fläche als bisher. Und eine Bereicherung der regionalen Biolandwirtschaft im Sinne vielfältiger Konsumentenwünsche wäre es allemal. Auch wenn die Anbaumethoden in diesem Bereich noch verbessert, längerfristig erprobt und weiterentwickelt werden müssen, damit das regionale Angebot mit der schon jetzt größeren Nachfrage irgendwann Schritt halten kann.

Ihr Georg Kaiser
Geschäftsführer der BIO COMPANY

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