In Deutschland werden jährlich über 40.000 t Ackergifte versprüht, von denen viele nachweislich gesundheitsschädlich sind. Die Bodenfruchtbarkeit geht durch den Einsatz von Ackerchemie verloren. Die Artenvielfalt schwindet. Trinkwasser muss von Schadstoffen aus der Landwirtschaft gereinigt werden. Und: Es besteht der Verdacht, dass selbst die Luft zum Atmen mit Wirkstoffen aus Ackergiften belastet ist.

Problemlage

Warum Ackergifte so gefährlich sind!

Ackergifte sind chemische Tötungsmittel, die gegen Pflanzen (Herbizide), Pilze (Fungizide) und Insekten (Insektizide) auf den Äckern ausgebracht werden. Darunter sind hochgiftige Wirkstoffe, die nicht nur Bienen töten und im Verdacht stehen, Menschen gesundheitlich zu schädigen.

Der wissenschaftliche Hintergrund

Eine erste Feldstudie mit 2011 Probanden in Deutschland ergab eine Glyphosatbelastung von 99,6 % der Urinproben. Um zu erforschen, wie die Ackergifte in unsere Körper gelangen, hat das Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft bereits eine Baumrinden-Studie durchgeführt. Diese erhärtet den Verdacht, dass Pestizid-Wirkstoffe mit dem Wind weite Strecken zurücklegen können. So gelangen sie in Privatgärten, Wohngebiete in Stadt und Land und auf Bio-Äcker – mit unkalkulierbaren Auswirkungen für Pflanzen, Tiere und Menschen. Auch die Grundlagen des Bio-Anbaus sind bedroht. Mit unserer aktuellen und größten Studie für Deutschland erhalten wir wissenschaftliche Ergebnisse, auf Grund derer Politik und Gesellschaft handeln müssen.

Bisherige Folgen

Der Einsatz von Ackergiften in der Agrarindustrie hat unter anderem dazu geführt, dass:

  • jeder zweite Feldvogel ausgestorben ist,
  • die Hälfte der Arten in den Ackergewässern verloren gegangen ist,
  • seit den 1980er Jahren 80 % der Insekten verschwunden sind,
  • auf vielen Ackerflächen kein Humus mehr entsteht,
  • durch Wasser- und Winderosion kostbarer Boden verloren geht.

Um dem entgegenzuwirken, müssen wir uns gemeinsam für gesunde Böden und artenreiche Feldgemeinschaften ohne Ackergifte einsetzen.

Kampagne

Das „Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft” setzt sich für eine fundamentale Landwende ein. Die Akteurinnen und Akteure wollen die Lebensgrundlagen der kommenden Generationen schützen, erhalten und – wo sie bereits beschädigt sind – wiederaufbauen. Dazu initiiert das Bündnis Forschung, informiert Politik und Zivilgesellschaft und sucht den Dialog mit den Menschen, die in allen an der Landwirtschaft beteiligten Wirtschaftszweigen Verantwortung tragen. Im Bündnis sind inzwischen über 40 Bio-Unternehmen sowie die Bürgerinitiative Landwende und die Schweisfurth Stiftung zusammengeschlossen. Das gemeinsame Kampagnenmotto heißt „Ackergifte? Nein danke!”.

Das Ziel dieser Kampagne ist ein Verbot von synthetischen Ackergiften.

Die Sammelfilter-Studie wird zudem in Kooperation mit dem Umweltinstitut München und dem Sachverständigenbüro TIEM Integrierte Umweltüberwachung durchgeführt.

Wir brauchen eine grundlegende Veränderung, um die Bodengesundheit, eine intakte Tier- und Pflanzenwelt und saubere Atemluft zu erhalten und die Versorgung der Menschen mit gesunder und giftfreier Nahrung zu sichern.

  • Wir setzen uns ein für eine Agrarwende, in der Naturschutz und Tierschutz durch die landwirtschaftliche Praxis garantiert werden.
  • Auch unsere Enkelkinder sollen noch Bio-Produkte aus Deutschland genießen können. Deshalb muss der Bio-Anbau vor der Giftfracht aus der konventionellen Landwirtschaft geschützt werden – sonst gibt es die von der EU propagierte „Koexistenz der Anbauformen” nicht.
  • Wir setzen uns ein für eine schrittweise Abkehr vom Einsatz von Ackergiften.
  • Als ersten Schritt fordern wir: Diejenigen Ackergifte, die sich weiträumig über die Luft verbreiten, allen voran Pendimethalin, Prosulfocarb und Glyphosat, dürfen nicht länger zugelassen werden.
  • Weiterhin müssen Pestizide vor ihrer Zulassung einer umfassenderen Risikoprüfung unterzogen werden – durch unabhängige wissenschaftliche Untersuchungen. Auch Mechanismen für eine Risikoprüfung nach der Zulassung müssen dringend etabliert werden.

Gemeinsam gegen Ackergifte

Durch Ihren Kauf der Aktionsprodukte im März 2019 konnten wir gemeinsam die über 125 neuen Mess-Stationen in ganz Deutschland aufbauen – vielen Dank für Ihr Engagement!

Jetzt geht es weiter: Unterstützen Sie uns auch diesmal! Die Mess-Stationen werden seit April 2019 ein halbes Jahr lang von Freiwilligen betreut – unter fachlicher und organisatorischer Leitung des unabhängigen Sachverständigenbüros TIEM Integrierte Umweltüberwachung. Durch die hohe Anzahl der Mess-Stationen werden vielfältige Landschaftsräume untersucht, im Vordergrund: landwirtschaftlich geprägte Räume, hin zu ausgewiesenen Schutzgebieten und innerstädtischen Siedlungsbereichen.

Durch die Vielzahl der Standorte und die Kombination verschiedener Mess-Methoden werden die Ergebnisse belastbar. In unserer Studie werden neben Sammelfiltern auch Filtermatten aus Belüftungsanlagen, Baumrinde und Bienenbrot analysiert.

Nach der Produktion und dem Aufstellen der Filter im April kommt nun im Herbst die nächste große finanzielle Etappe unseres Forschungsprojektes. Die Analysen und Auswertung der Proben aller Standorte stellen einen der größten Kostenfaktoren der Studie dar. Die Analysen, mit denen wir die Luft auf gefährliche Gifte untersuchen, erfolgen im November 2019. Mit unserer gemeinsamen Aktion im Oktober möchten wir die Finanzierung dieser aufwendigen Forschungsarbeit sicherstellen. Mit dem Kauf der gekennzeichneten Aktionsprodukte können Sie helfen – machen Sie mit!

Aktionsprodukte im Oktober 2019

Vom 01. bis 30. Oktober 2019 geben alle teilnehmenden Bio-Händler und Bio-Hersteller einen Teil ihrer Produkt-Erlöse in unseren Kampagnen-Fonds zur Unterstützung unserer unabhängigen Studie. Wählen Sie bei Ihrem Einkauf einfach die gekennzeichneten Bio-Produkte – ohne Aufpreis für Sie!







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