„Ich sehe für uns keine bessere Wahl als Bio. Meiner Meinung nach kann Konsum auf Dauer nur so funktionieren – genau wie unsere Gesellschaft mit Modellen wie der sozialen Milchwirtschaft besser zueinander finden kann.“ Michael Kuper, Betriebsleiter von 2010 - 2015
Es geht nicht um gute Taten, sondern um das gute Leben – für alle: In diesem Sinn ist Lobetaler Bio ein echt inklusiver Betrieb, nicht nur eine Werkstatt. Menschen leisten mehr. Ihre Produkte können mehr – nämlich geschmacklich begeistern. Und die ganze Region hat mehr davon: durch Kreislaufwirtschaft, Naturschutzprojekte, durch kurze Lieferwege und entsprechende Frische.
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Mitarbeiter*innen
Auf die soziale Frage des 21. Jahrhunderts gibt Lobetaler Bio eine ziemlich gute Antwort: die der fairen Kooperation. Und diese Antwort entwickelt sich bereits seit über 100 Jahren. Damals – 1905 – begann Pfarrer Friedrich von Bodelschwingh, verarmten Berliner Bürgern mit seiner Einrichtung Hoffnungstal e. V. eine Arbeitsperspektive zu bieten. Später ging aus dem diakonischen Wirken eine Stiftung hervor; daraus wiederum der 1995 gegründete Betrieb Hoffnungstaler Werkstätten. Lobetaler Bio ist ein Teil dieser gemeinnützigen GmbH, seit 2010. Und als engagierte Molkerei bringt sie gleich mehrere Anliegen auf einen Nenner:
Erstens, Biomilch so hauptstadtnah und entsprechend frisch zu verarbeiten. Zweitens, die regionale Wertschöpfung zu stärken. Drittens, die Natur durch kontrolliert biologischen Anbau weniger zu belasten. Und viertens, aber allem voran: Menschen mit Behinderung nicht nur zu beschäftigen, sondern auch zu befähigen – fair zu integrieren.
„Es geht bei uns nicht nur darum, dass Menschen mit Behinderung in der Gesellschaft ankommen, sondern dass auch die Nichtbehinderten bei den Behinderten ankommen. Das ist eine Aufgabe für alle.“ Reinhard Manger, Betriebsleiter seit 2015
Menschen mit Einschränkungen bilden den Großteil der Belegschaft. Selbst wenn nicht alle das große Ziel des regulären ersten Arbeitsmarkts erreichen können, übernehmen sie im Betrieb Verantwortung – nach und nach mehr. Der Entwicklungsprozess beginnt bei einfachen Aufgaben unter Anleitung, geht über selbständiges Bearbeiten von Abläufen bis hin zur Übernahme zentraler Produktionsschritte. Ihr Schaffen ist von einem Rhythmus geprägt, der alle mitnimmt – geschickt aufeinander abgestimmt. Und es funktioniert hervorragend: Dank seiner qualitativen Exzellenz konnte der Betrieb mit dem höchsten Produktionsstandard überhaupt ausgezeichnet werden: IFS Food 8. Lobetaler Bio agiert damit als Beispiel für gelingende Inklusion.
Der Betrieb bringt Menschen zusammen, aber auch Natur und Landwirtschaft mit städtischem Konsum auf einen Nenner: Seine vier Erzeugerbetriebe befinden sich alle in der Region, der nächste nur 15 Kilometer entfernt. Sie arbeiten nach dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft: Dies ist keine offizielle Norm, sondern die Maxime, das Tierfutter, wann immer möglich, selbst zu erzeugen und mit dem Dung der Kühe wiederum die Felder zu düngen. Weil der Produktionsbetrieb so nah an der Hauptstadt liegt, gelangen seine Produkte außerordentlich frisch in die Märkte. Und mit dem Verkauf fließt die Wertschöpfung zurück aufs Land.
Auch die Produkte selbst folgen der Philosophie, näher dran zu sein – am Ursprung. So wird die Milch nicht mikrofiltriert (sog. ESL oder „länger haltbar“), sondern traditionell verarbeitet, also klassisch pasteurisiert. Bei der Schlagsahne verzichtet Lobetaler Bio auf das Homogenisieren. Die saure Sahne erlangt ihre Geschmacksreife sogar im Becher selbst.
Und der Joghurt – das beliebteste Produkt überhaupt – begeistert mit Charakter statt Gefälligkeit. Denn er orientiert sich am südosteuropäischen Original, nicht am industriellen Standard: Die Urkultur lactobazillus bulgaricus verleiht ihm ein klar säuerliches Profil – ein aromatisches und erfrischendes Speiseerlebnis. Von jedem der „Naturschutzbecher“ (Produktname) fließen dazu 3 Cent in Projekte des Naturparks Barnim, etwa Fischtreppen, Fledermausquartiere oder Renaturierung von Mooren.
Joghurt im Naturschutzbecher – besonders aromatischer Artenschutz · Qurt Vanille – fein balancierte Quarkspeise · Fruchtjoghurt Zitrone Siziliano – so schmecken die Früchte der Sonne · Saure Sahne – nur echt mit dem gewölbten Deckel · Sahne – traditionell und nicht gerührt, daher bitte schütteln
Das charakteristische Kernprodukt von Lobetaler Bio kommt auch in Qurt zum Einsatz, einer Mehr-als-Quarkspeise. Im Sinne der vollständigen Milchverwertung wird Magerquark darin mit Joghurt, etwas Sahne und verschiedenen Fruchtzubereitungen verfeinert. Eine Kombination, die den fixen Appetit mit Freude füllt. Und für alle Purist*innen gibt es dazu Joghurt & Quark, eine fettarme Eiweißquelle.
Mit ihren vielen bunten Fruchtjoghurts begegnet die Molkerei so ziemlich allen Geschmäckern auf traditionelle Weise – darunter erfrischende Varianten wie Zitrone Siciliano oder tiefaromatische Sorten wie Johannisbeere. Die fruchtstarken Zubereitungen werden von einem italienischen Familienunternehmen (ZUEGG) in Werneuchen bei Berlin hergestellt. Es verarbeitet, wenn möglich, regionale Zutaten, wie Kirschen und Johannisbeeren von Rügen, oder europäische Früchte, wie Pfirsiche und Zitronen von den eigenen Plantagen auf Sizilien.
Frischemolkerei · inklusives Unternehmen · traditionelle Herstellung · Naturland-Betrieb · IFS-8-zertifiziert · FÖL-Mitglied · Milch aus Kreislaufwirtschaft · Verpackung aus Papier-Kunststoff-Kombination · kooperativer Ausbildungsbetrieb
In der Landwirtschaft und der Molkerei, im Markt und am Tisch – Lobetaler Bio geht es überall um Teilhabe: die Teilhabe am Gestalten und Genießen guter Lebensmittel. Und das schmeckt uns mit jedem Löffel.
Mehr Infos findest du unter https://www.lobetaler-bio.de/.