Wie Öko-Landwirt*innen Tiere halten

Tierwohl bedeutet für Bio-Bäuerinnen und -Bauern neben artgerechter Haltung auch die Herstellung von Öko-Futter,
verantwortungsvolle Zucht sowie regionale Kreisläufe.

HALTUNG

Öko-Nutztiere sollen gesund sein und sich wohl fühlen. Die Herden entsprechen deshalb je nach Tierart der natürlichen Größe. Die Tiere leben überwiegend im Freien und können ihr Sozialverhalten ausleben: Rinder behalten etwa ihre Hörner (genau wie Schweine ihre Schwänze und Hühner ihre Schnäbel). Das ist wichtig, weil sie den Kopf kühl halten und Rinder mithilfe der Hornhaltung kommunizieren.

Jungtiere bleiben bei den Muttertieren – Ferkel zum Beispiel werden mindestens 40 Tage gesäugt. Bio-Masttiere haben mehr Zeit zum Wachsen, etwa doppelt so lange wie Tiere aus konventioneller Haltung.

Arzneimittel oder Antibiotika bekommen die Tiere nie vorbeugend, tierärztliche Behandlung nur, wenn sie wirklich krank sind. Zur Gesundheit tragen der Auslauf im Freien, genügend Platz im Stall und der natürliche Kontakt zu Artgenossen bei.

FUTTER

Bio-Höfe sind geschlossene Kreisläufe: Mist und Gülle der Tiere dienen als Dünger auf den Feldern. Dort wird neben Lebensmitteln meist auch das Tier-Futter selbst angebaut – oder es stammt von anderen Bio-Höfen. Die Zahl der Tiere auf dem Hof steht in einem festgelegten Verhältnis zur Fläche.

In Trog und Raufe kommt gentechnikfreies, möglichst heimisches Futter: Bio-Schweine fressen etwa Hülsenfrüchte, Bio-Rinder vorrangig Gras und Raufutter (statt klimaschädliches Soja aus Südamerika).

ZUCHT

Öko-Landwirt*innen setzen oft auf alte Rassen, die häufig Zweinutzungsrassen sind – Rinder geben also beispielsweise Milch und liefern Fleisch. Sie fühlen sich auf der Weide wohl, weil sie wiederkäuergerechtes Futter wie Gras vertragen – und somit auch nicht in Nahrungskonkurrenz zum Menschen treten. Und: Sie können sich natürlich vermehren.

Öko-Züchter*innen konzentrieren sich auf die Gesundheit und die Anpassung der Rasse an die jeweilige Region – in der konventionellen Zucht zählt hingegen die Höchstleistung (auch erreicht durch Genveränderung).

SCHLACHTUNG

Um Tiertransporte zu vermeiden, wird möglichst regional geschlachtet. Einige Öko-Landwirt*innen setzen auch auf Schlachtung direkt auf der Weide. Ein wichtiger Punkt nachhaltiger Haltung ist die Ganztierverwertung: Ein Nutztier soll stets komplett verwertet werden, samt Innereien und Blut.