Kirschen sind ein Zeichen für den Sommer, wie kaum eine andere Frucht. Und Kirschkernweitspucken eine Kindheitserinnerung an lange, leichte Sommer. Bio-Kirschen anzubauen ist hingegen eine wahre Herausforderung. Denn hungrige Stare, starker Regen oder die Kirschfruchtfliege sind gewitzte Gegner.
Der Biohof Senst hat sich seit 2005 auf ökologischen Obstanbau spezialisiert. Neben Äpfeln und Birnen liegt der Fokus dabei auf dem Anbau von Kirschen. Dafür nutzen sie Flächen in Reetz, Brandenburg, und Plößnitz, Sachsen-Anhalt. Für den Anbau verzichten Axel Senst und seine Mitarbeiter*innen ganz auf Pestizide, mineralische Dünger oder Herbizide. Sie verwenden nützlingsschonende Pflanzenschutzmittel und versuchen die Früchte auf natürliche Weise vor Staren und Insekten zu schützen. Das erfordert ein hohes Maß an Mut, Einfallsreichtum und Geduld.
Denn auch wenn es die gute, alte Vogelscheuche nicht mehr tut, weil die Stare dazugelernt haben, werden sie nicht müde, sich neue kleine Tücken auszudenken, damit das Obst in Ruhe zu Ende reifen kann. So kommen Lautsprecher zwischen den Bäumen zum Einsatz, aus denen Raubvogelrufe erschallen und wenn es gar nicht anders geht, wird auch mal ein Feuerwerk im Sommer angezündet.
Damit die Kirschen bei Regen nicht platzen, werden besondere Sorten angebaut. Eine regelmäßige Tröpfchenbewässerung sorgt für gleichmäßiges Wachstum und verhindert Wachstumsschübe. Gegen die Kirschfruchtfliege, die die Früchte von innen zerstört, hilft nur schnelles Pflücken, um ihr die Nahrung zu nehmen und das Aufsammeln heruntergefallener Früchte, damit die Larven nicht darin überwintern können.
Veröffentlicht am 01. Juli 2020