Kolumne November

Denn das Gute wächst so nah

Liebe Kund*innen,

dass ein zukunftsfähiges Ernährungssystem bio und regional sein muss, gilt uns seit langem als Leitbild. Flächendeckende Versorgung mit Öko-Lebensmitteln aus der Region, das klingt in manchen Ohren vielleicht noch immer wie eine romantisierte Bullerbü-Wunschvorstellung. Ist das überhaupt machbar? Und nicht nur für Gutverdienende? Ja, das ist es – bedachter Fleischkonsum, weniger Lebensmittelverschwendung und strategische Zusammenarbeit aller in der Wertschöpfungskette sowie der Politik vorausgesetzt: Obwohl Öko-Landbau mehr Fläche beansprucht, ließe sich theoretisch die Bevölkerung einer Millionenstadt wie Hamburg innerhalb eines 100-Kilometer-Umkreises ökologisch versorgen, das zeigte schon vor fünf Jahren eine Studie von Sarah Joseph (damals Doktorandin für nachhaltige Lebensmittelsysteme).

Wir als BIO COMPANY richten unser Handeln seit unserer Gründung danach aus, pflegen sichere Beziehungen zu Landwirt*innen und Lieferant*innen vor Ort und nehmen dabei gern den Mehraufwand in Kauf, den es bedeutet, kleinbäuerliche Strukturen zu unterstützen. Wir räumen jungen Unternehmen und kleinen Erzeuger*innen Platz in den Regalen ein. Wir setzen auf faire Preise, die auch in Krisenzeiten sozial gerechte Produktionsbedingungen schaffen und gleichzeitig für alle leistbar sind.

Auch die Politik entdeckt gerade die Regional-Vorzüge: Mit steigenden Preisen und bevorstehenden Versorgungsengpässen rückt die oft stiefkindlich behandelte Ernährungspolitik in den Fokus der allgemeinen Aufmerksamkeit – gut so. Bisher drehte sie sich oft vor allem um die Interessen der Agrarindustrie. Das muss sich ändern. Wir brauchen ein gemeinwohlorientiertes Ernährungssystem, das die Öko-Landwirtschaft vor Ort stärkt, uns von globalen Handelsstrukturen unabhängig macht und kein Geld mehr für klimaschädliche Lebensmittelproduktion verschwendet. Im besten Fall hat die aktuelle Krisenlage rund um Pandemie, Krieg und Klima zumindest diesen einen positiven Nebeneffekt: dass sie dem überfälligen Wandel Schubkraft verleiht.

Herzlich

Ihr Boris Frank

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