Bild: Georg Kaiser diskutiert.

Kapitalanleger, die auf Nahrungsmittel spekulieren, treiben die Preise für Weizen oder Mais in die Höhe und verschlimmern damit den Hunger in der Welt. Ähnlich geht es zu, wenn Renditejäger in großem Stil in Ackerland investieren. Auch sie sind Preistreiber und entziehen kleinbäuerlicher Nahrungsproduktion den Boden.

Kritiker dieser geldgierigen Aneignung von Agrarland haben den Begriff „Landgrabbing“ dafür geprägt. Sie warnen davor, Geld in Fonds zu investieren, deren Renditen viele Kleinbauern in Afrika, Asien oder Lateinamerika die Existenzgrundlage kosten.

Die Vorstellung, ein von deutschen Banken oder Versicherungen aufgelegter Rentenfonds, der auch zu meiner privaten Altersvorsorge beiträgt, könnte in der Ferne in Landgrabbing verstrickt sein, finde ich schon ziemlich beunruhigend! An entsprechenden Spekulationsgewinnen aus dem Handel mit Ackerland vor der eigenen Haustür möchte ich allerdings ebenso wenig beteiligt sein. Dabei sind auch derartige Befürchtungen nicht weit hergeholt.

Das beweisen die Ackerlandpreise in den ostdeutschen Bundesländern, die aufwärts klettern wie im Fieber. Äcker in Brandenburg kosten heute schon mehr als dreimal soviel wie vor 2008. Der „Acker-Goldrausch“ greift um sich.

Und ausgerechnet die bundeseigene Bodenverwertungsgesellschaft BVVG, die Ackerflächen in ganz Ostdeutschland privatisiert, dreht mit Blick auf immer größere Gewinnmargen an der Preisschraube.

Die Folgen sind verheerend: Einzig an Renditen interessierte Holdingstrukturen fallen wie die oft zitierte Heuschreckenplage über weite Flächen her, ohne Bezug zum bäuerlichen Metier, ohne Verbindung zum dörflichen Leben oder zur Region. Junge Gründer, bäuerliche Familienbetriebe und kleine Biolandwirte haben kaum noch eine Chance, bezahlbare Ackerflächen zu finden.

Ihnen als Kunden der BIO COMPANY entgeht so, was junge Bio-Bauern und -Bäuerinnen leisten können und wollen: Mehr frische, gesunde Biolebensmittel direkt aus dem städtischen Umland liefern, dabei das ländliche Leben mit kleinen, familiären Betrieben gestalten, faire Arbeitsplätze schaffen und in der Region Steuern zahlen, Kulturlandschaft bewahren und die Zukunft der gesamten Region nachhaltig prägen.

Wir fordern die Bundesregierung deshalb auf, das Spekulationsgeschäft mit Ackerböden zu beenden und faire Vergabebedingungen festzulegen, die nachhaltiger Daseinsvorsorge und kleinbäuerlichen Strukturen Vorrang einräumen. Als Gründungsmitglied der „BIO BODEN Genossenschaft“ engagiert sich die BIO COMPANY schon jetzt aktiv und direkt, Flächen für dieses Ziel zu sichern. Und Sie können dabei persönlich mithelfen, indem Sie Genossin oder Genosse werden! Wie das geht, erfahren Sie unter www.bioboden.de.


Es grüßt Sie herzlich

Ihr Georg Kaiser
Geschäftsführer der BIO COMPANY