Für Tiere, Gesellschaft und Klima

Artgerechte Tierhaltung

Liebe Kundinnen und Kunden,

beim Gedanken an traumatisierte Nutztiere, in Massenhaltung zusammengepfercht in engen Ställen, gruselt es uns. Auch, wenn zufällig ein Schlachttransporter vorbeifährt, durch dessen Lüftungsschlitze sich Schweinenasen zu pressen versuchen. Wenn wir in Dokumentationen ausgebeutete Turbo-Milchkühe oder Legehennen sehen, die nie Natur erleben. Oder von den fatalen Folgen der Massentierhaltung für Böden, Wasser und Biodiversität lesen.

Allein: Das alles ist bisher legal. Obwohl es im deutschen Gesetz heißt, wer ein Tier hält, muss es „seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen“ und darf ihm „keine Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden“ zufügen. Leere Worte in einem maroden, intransparenten System, das Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner mit ihrem maximal unverbindlichen Tierwohl-Label nicht verbessert.

Natürlich können wir als Bio-Händler*innen und Sie als Konsument*innen in unserem Wirkungskreis gegenhalten: Indem wir beispielsweise tierische Produkte aus artgerechter, zertifizierter Bio-Haltung (ver-)kaufen. Unseren Fleischkonsum einschränken, damit der Nutztierbestand sinken kann – denn der beansprucht bisher zu viel Agrarfläche für die Futterherstellung, um in ein nachhaltiges Ernährungssystem zu passen. Wir können die Verschwendung noch haltbarer Lebensmittel verhindern – und damit unnötigen Landverbrauch.

Aber wenn die Politik nicht mitzieht, bleibt das Leid tausender Tiere Realität. Bisher stammen 98 Prozent aller in Deutschland verzehrten Schweine und Hühner aus industrieller Masthaltung. Das Tierschutzgesetz zu brechen, darf nicht länger legal sein! Artgerechte Tierhaltung muss – zu unser aller Wohl; dem von Tieren, Menschen und der Umwelt – gesetzlicher Standard werden. 

Einen Hoffnungsschimmer habe ich: Sie ist keine Utopie, sondern von Öko-Landwirt*innen seit Jahrzehnten gelebte, nachhaltige Praxis. Möge die Politik sich daran bei der entsprechenden Gesetzgebung orientieren, statt Monokulturen, Dumpingpreise und Megaställe zu subventionieren.

Herzlich
Ihr Georg Kaiser
Geschäftsführer der BIO COMPANY