Kinder, Kinder, kommt zu Tisch

Bei Kindern ein Bewusstsein für Ernährung zu wecken, funktioniert am besten über die Entdeckerfreude im Alltag. Sechs Anregungen für den Weg zum guten Geschmack.

Vielfältig & kreativ
Ein Saisonkalender in der Familienküche hilft, regionale Vielfalt auf den Teller zu bringen. Viele Kinder begeistern sich für „experimentelles Essen“. Das kann ein Tag sein, an dem nur grüne Lebensmittel gegessen werden, ein regelmäßiges Reste-Ritual, bei dem alles Übriggebliebene zu einem Gericht kombiniert wird, eine Blindverkostung oder auch das Nachkochen von Gerichten aus einer Kochshow.

Genussvoll & entschleunigt
Genussbildung hat nicht nur in der heimischen Küche Platz – sondern auch beim Ausflug, beim Kindergarten- oder Schulfest und im Urlaub. Überall gilt: Bitte keinen Zeitdruck beim Essen. Nicht nur, weil wir unter Stress das einsetzende Sättigungsgefühl schlechter spüren, sondern auch, weil nebenher essen den Genuss schmälert.

Informiert & gesellig
Essen ist ein guter Aufhänger, um über politische Zusammenhänge von Ernährung aufzuklären: Wo kommen unsere Lebensmittel her? Wer hat sie produziert? Warum kosten sie wie viel? Und vor allem ist Essen viel mehr als reine Nahrungsaufnahme: Für viele Familien ist gemeinsames Frühstücken oder Abendbrot essen die Zeit des Tages, in der alle zusammenkommen und jeder erzählen kann. Das macht es zu einem positiv besetzten Ritual.

Tierisch oder vegetarisch
Über die Herkunft tierischer Lebensmittel lässt sich schon beim gemeinsamen Lesen der beliebten wie zahlreichen Bauernhof-Bücher sprechen: Nicht überall sieht Tierhaltung so aus. Deshalb ist es wichtig, artgerechte Haltung (er)kennen zu lernen.

Manche Kinder entscheiden sich, sobald sie verstehen, woher das Schnitzel auf dem Teller stammt, für die vegetarische Lebensweise. Laut Stiftung für Kindergesundheit ist ihre Versorgung mit Nährstoffen und Vitaminen bei einer ausgewogenen pflanzlichen Ernährung gesichert.

Regional & erfassbar
Wer Kindern ermöglicht, auch mal direkt bei regionalen Erzeuger*innen zu kaufen, sensibilisiert sie für die Produktion und den Wert von Lebensmitteln. Viele Höfe bieten Führungen durch ihren Betrieb an, die Empathie für Landwirtschaft und Tierhaltung fördern. Das gleiche gilt für kleine Alltagsabenteuer. Wie wäre es zum Beispiel, beim Spaziergang gemeinsam einen Obstbaum abzuernten, Pilze oder Kräuter zu sammeln?

Grün & selbstangebaut
Samen aussähen, beobachten, wie daraus Pflanzen wachsen und sie später ernten, ist eine tolle Beschäftigung – ob auf dem Balkon, im Schrebergarten oder einem eigenen Stück Beet. Es vermittelt Lebensmittelkompetenz (etwa über Sorten oder umweltfreundlichen Anbau), macht selbstbewusst und vor allem: einfach Spaß.