Regionalpartner Lobetaler Bio
Soziale Milchkompetenz vom Feinsten
Bereits in unserem Regionalmagazin haben wir diese besondere Bio-Molkerei vorgestellt, in der Menschen mit mentalem Handicap verantwortungsvoll beschäftigt werden. Dort gibt es jetzt eine neue Entwicklung – in Richtung Kompetenz: Die heißt Käse. Und Käse bedeutet Handarbeit, ausschließlich.
Anfang dieses Jahres ist bei euch zusätzlich zum Joghurt die Käseproduktion angelaufen. Das ist ein Weißschimmelkäse, nicht wahr?
„Ja, das ist ein leichter, frischer Camembert: 150 Gramm, ökologisch verpackt, sehr schmackhaft. Dafür mussten wir unsere Beschäftigten speziell schulen, denn das Käsen ist eine heikle Angelegenheit. Aber wir haben da eine Truppe, die das sehr gut macht und eine ganze Menge Verantwortung trägt. Die arbeiten auch gern in der Käserei. Ich habe nicht mal damit gerechnet, dass es so problemlos läuft, aber meine Leute sind wirklich gut. Das kann ich mit Stolz sagen! Die möchte ich keinesfalls missen. Und den Käse gibt es dann natürlich auch bei der BIO COMPANY.“
Die Produktion läuft bereits auf vollen Touren?
„Nicht ganz, wir haben ja gerade erst angefangen und verarbeiten gegenwärtig nur etwa ⁄.500 Liter Milch pro Woche – sind aber im Moment auch noch sehr mit unserem Joghurt beschäftigt, weil die Nachfrage da recht groß ist.“
Wohl wahr. Woran wird das liegen, dass euer Joghurt so beliebt ist?
„Das sind einerseits die besonders schmackhaften Kulturen; nicht zu sauer, nicht zu mild. Danach haben wir lange gesucht. Andererseits verwenden wir ausschließlich eigens kreierte Zubereitungen mit einem sehr hohen Anteil an Frucht und relativ wenig Zucker. Die sind sehr aromatisch, aber vollständig frei von Aromen! Zudem sind alle unsere Zulieferer kleine Betriebe, die nicht weit von uns entfernt liegen, sofern das eben möglich ist. Durch den persönlichen Kontakt können wir so sicherstellen, dass die Qualität der Früchte erstklassig ist.”
Zu Lobetaler BIO gehört also auch eine eigene Landwirtschaft?
„Ja, sogar vier Betriebe mit rund 200 Milchkühen. Landwirtschaft hat bei den Hoffnungstaler Anstalten eine lange Tradition. Aber erst der Aufbau der Bio-Molkerei gab den Anstoß, alle Betriebe auf Bio umzustellen. Vor einem Jahr wurden die Hoffnungstaler Anstalten offiziell als 2000stes Mitglied beim Bio-Anbauverband-Naturland aufgenommen.”
Das klingt nach einem sehr hohen Anspruch ...
„Durchaus. Bevor eines unserer Milchprodukte wirklich in die Produktion geht, experimentieren wir sehr viel, weil wir immer bestrebt sind, etwas ganz Besonderes zu kreieren. Der Geschmack muss einzigartig sein.”
Und was steht in Zukunft an?
„Wir werden unsere Käseproduktion ausweiten. Es wird diesen Frühling einen neuen Weichkäse geben. Was für einer, bleibt erstmal unser Ge- heimnis. Dazu wird das Obst für den Joghurt immer näher an unseren Betrieb heranrücken. Zitronen und Orangen für die neuen Sorten kommen ja schon aus Sizilien. Näher geht es bei solchen Sachen leider nicht. Aber von diesem Jahr an werden wir auch Erdbeeren und schwarze Johannisbeeren aus der Region beziehen, gleich von nebenan. Mir gehen die Ideen also nicht aus. Entwicklung ist für mich die Basis meines Betriebs, auf der Seite der Produkte natürlich und insbesondere in der Produktion – bei den Beschäftigten.”
„Wir sind nur zufrieden, wenn das fertige Produkt wirklich optimal ist. Und ich habe einen sehr persönlichen Bezug zu meinem Betrieb. Es ist nicht nur ein Job: Das, was wir produzieren, muss auch mir schmecken. Mein langfristiges Ziel dabei ist, noch mehr Früchte einzusetzen, die regional angebaut werden."
Michael Kuper
Molkereifachwirt Lobetaler Bio Molkerei
Sydower Feld 1
16359 Biesenthal
Telefon 0 33 37/ 43 03 00
www.lobetaler-bio.de






