Regionalpartner Märkisches Landbrot und Ökodorf Brodowin
Das Ökodorf Brodowin und die
demeter-Bäckerei Märkisches Landbrot
Hier sind Bauer und Bäcker ein Team
Sie treffen sich mindestens zweimal im Jahr: Joachim Weckmann, Geschäftsführer Märkisches Landbrot und Ludolf von Maltzan, Geschäftsführer des Ökodorfs Brodowin. Entweder laufen sie gemeinsam über Brodowiner Äcker und begutachten das Korn oder sie sitzen am runden Tisch in Berlin und planen ein weiteres faires Geschäftsjahr.
Herr von Maltzan: Ist es ungewöhnlich, dass Bauer und Bäcker eng zusammenarbeiten?
„Ja. Obwohl der Bäcker auf gutes Getreide angewiesen ist und der Bauer auf jemanden, der sein gutes Getreide kauft, begegnen sich Erzeuger und Verarbeiter in der Regel nicht persönlich. Der konventionelle Handel ist längst völlig anonym organisiert. Und auch im Bio-Handel nehmen die Mengen und Entfernungen zu, so dass man sich nicht mehr automatisch kennt. In der Region aber ist das anders: Hier können wir uns schnell mal treffen und gemeinsam festlegen, wie viel Getreide von welcher Sorte im kommenden Jahr gebraucht wird. Vor allem aber begegnen wir uns als Menschen und reden nicht nur über Mengen, sondern auch darüber, wie wir leben und arbeiten möchten.“
Das ist Ihr Stichwort, Herr Weckmann.
„Wie wir leben und arbeiten möchten, haben wir in der Charta fair & regional beschrieben. Zusammen mit über 20 Bio-Unternehmen bilden wir eine Art regionales Modell-Projekt. Alle Handelspartner gehen verbindliche Abnahme- bzw. Lieferverträge ein, legen faire Preise gemeinsam fest, bieten faire Arbeitsbedingungen und kooperieren wenn möglich regional. Das ist keine Utopie, das ist im Berliner Umland seit einigen Jahren Realität.“
Wie wichtig ist Demeter als Bindeglied?
„Bei fair & regional sind alle biologisch wirtschaftenden Betriebe, Verarbeiter und Handelspartner willkommen, nicht nur die, die Mitglied im Demeter-Verband sind. Aber wer Märkisches Landbrot kennt, der weiß, wie wichtig uns der biologisch-dynamische Landbau ist. Wir backen aus Überzeugung ausschließlich mit Demeter-Getreide. Und wir finden, man ahnt in unseren Broten gewissermaßen den gesunden Boden und die Achtsamkeit der Menschen, die ihn bearbeiten. Mit Brodowin, ebenfalls Demeter-Betrieb, verbindet uns dieser Ansatz. Die Brodowiner mussten wir auch nicht lange bitten, als wir dort mit unserer Idee vorsprachen, alte Getreidesorten probe-weise anzubauen. Das Gleiche gilt für das Gut Peetzig und das Landgut Pretschen, die uns ebenfalls mit fast vergessenem Getreide aus Demeter-Anbau beliefern.“
Wie bewähren sich die alten Sorten in Brodowin, Herr von Maltzan?
„Sehr gut. Wir bauen inzwischen auf je 25 ha Bergroggen und Lichtkornroggen an. Beide fühlen sich auf unseren vergleichsweise kargen Böden wohl, sind erfreulich widerstandsfähig und kommen auch mit längerer Trockenheit klar. Während der Lichtkornroggen eine mo-derne Kreuzung aus zwei alten Getreidesorten ist, gilt der Bergroggen sogar als Ur-Roggen, aus dem die späteren Sorten erst kultiviert wurden. Er schmeckt besonders würzig und gibt dem nach uns benannten „Brodowiner“ seine typische Note. Leider bringen die alten Roggensorten nur halb soviel Ertrag wie moderne Züchtungen und machen auch mehr
Arbeit beim Dreschen, weil die Körner sehr klein sind. Zum Ausgleich zahlt uns Joachim Weckmann für Berg- und Lichtkornroggen einen höheren Preis. So kommen wir alle gut zurecht.“
Und was haben Bio-Kunden von regionalen Partnerschaften?
„Sie wissen, woher ihr Brot (ihr Salat, ihr Käse usw.) kommt. Sie können die regionalen Bio-Betriebe problemlos besuchen. Sie kaufen Produkte, die frischer nicht sein könnten. Sie tragen dazu bei, dass auch kleine und mittelgroße Bio-Betriebe erhalten bleiben. Sie unterstützen Projekte wie die Charta fair & regional und den Erhalt der Arten- und Sortenvielfalt. Alles in allem sind sie Teil einer regionalen Handelskette, in der nicht nur Umsätze, sondern auch Mensch, Tier und Umwelt ihren Wert haben.“
Brodowiner – das Brot zur Partnerschaft
Der beste Beleg für eine gelungene Kooperation ist mitunter ein Brot. Das Märkische Landbrot bedankt sich beim Ökodorf Brodowin für den Anbau alter Getreidesorten mit einer besonderen Brotkreation: Das Brodowiner enthält 50 % Bergroggen und 50 % Lichtkornroggen aus Brodowiner Anbau und ansonsten nur Quellwasser und Meersalz. So können Sie in diesem würzig gebackenen Steinofenbrot den unverfälschten Geschmack alter Getreide-sorten entdecken.
Außer dem Brodowiner backt Märkisches Landbrot ein reines Lichtkornroggenbrot, ein reines Bergroggenbrot und ein Lichtkornroggen-Weizen-Mischbrot (das Pankower). Auch hier kommt das Getreide aus Brodowin und wird erst unmittelbar vor dem Backen bei Märkisches Landbrot gemahlen. Auf www.landbrot.de erfahren Sie für das gesamte Sortiment die aktuelle Herkunft von Getreide und sonstigen Zutaten. Und auf www.brodowin.de können Sie das Ökodorf schon mal im Netz besuchen.
Die große Bauernrunde zu Gast in Neukölln
Wenn sich zweimal im Jahr die „große Bauernrunde“ bei Märkisches Landbrot trifft, sitzt nicht nur das Ökodorf Brodowin mit am Tisch. Enge Partnerschaften pflegt Märkisches Landbrot ebenso zum Bauerngut Templin, Ökodorf Wulkow, Gut Peetzig, Landgut Pretschen und anderen. Peetzig und Pretschen beteiligen sich auch am Anbau alter Getreidesorten. Zur Zeit wird dort Champagnerroggen geerntet. Dass es für diese Winterroggenart überhaupt Saatgut gibt, ist dem Verein zur Erhaltung und Re-kultivierung von Nutzpflanzen in Bran-denburg e. V. (VERN) zu verdanken – ein weiterer wichtiger Kooperationspartner in der Region.







