Regionalpartner Volker Rottstock, Bioland-Bauer und FlaeminGENein-Aktivist
Bio kann man schmecken – Gentechnik leider nicht mal sehen
Auf dem Acker des Biohofs Rottstock werden unsere Lieblingskartoffeln angebaut. Wir kennen Volker schon von Anfang an: seit der Gründung der BIO COMPANY. Wir unterhalten uns oft über besondere Produkte und Aktionen in der Berliner Bio-Szene. Hinter seinen Kartoffeln steckt nämlich jede Menge Engagement gegen Gentechnik und Monokulturen.
Volker, Du baust hier im Fläming ja verschiedene alte Sorten für uns Berliner an. Welche ist denn nun die Königin der Kartoffeln?
Na ja, wenn Du Königin im Sinne von Supermodel meinst – also die sich am besten verkauft – das ist eindeutig die Linda, die Lieblingskartoffel der Berliner. Ihr Anbau ist schwierig, dennoch möchten wir die Wünsche unserer Kunden erfüllen. Aber eigentlich ist jede Kartoffel die Königin ihres eigenen Geschmacks. Wir haben da zum Beispiel noch Nicola und Ditta als festkochende oder die mehligere Karlena. Außerdem – wenn ich eine Trendprognose abgeben darf – Laura ist die neue Linda! Dieses Jahr schon ausverkauft; rotschalig, gelbfleischig und aromatisch. Kann ich nur empfehlen.
Stimmt, die ist auch mein Favorit. Die Berliner freuen sich sicher über den Tipp. Aber was macht für Dich die Bindung zu Berlin noch aus?
Ich finde es gut, dass mir die Kunden über die Schulter schauen können. Und ich lade alle ein, sich selbst zu überzeugen. Einfach mal anmelden und vorbeikommen! Jeder, der gutes Essen möchte, sollte auch ein Recht darauf haben zu sehen, wo es herkommt. Und Abwechslung auf dem Tisch möchte ich unbedingt fördern. Die meisten Sorten sind ja kaum bekannt, genau wie die Tatsache, dass kleine Kartoffeln aromatischer sind als große. Außerdem habe ich natürlich auch noch andere Anregungen für unser Bio-Publikum.
Du meinst diejenigen, die über den Genuss hinausgehen?
Genau. Wenn wir in Zukunft auch noch gute und gesunde Kartoffeln vor unserer Haustür finden wollen, müssen wir uns gemeinsam engagieren! Die Bedrohung durch Gentechnik und Verdrängung besteht weiter. Klar haben wir den Anbau von Genmais im Fläming verhindern können, aber jetzt kommen die mit ihrem Biogas. Dafür werden Monokulturen angebaut. Das verdrängt Tiere, laugt die Böden aus und fördert Schädlinge. Die Konsequenz ist der Einsatz von Insektiziden. Da kommt man vom Öko-Gedanken ganz schnell wieder zur Umweltzerstörung. Wer hätte das gedacht?!




