Georg Kaiser, Geschäftsführer der BIO COMPANY, denkt laut über ...
... die Kolumne
Meine Kolumne in unseren Monatsflyern und hier im Web wurde von Partnern und Kunden gern aufgegriffen und war öfter Anlass für längere, fruchtbare Diskussionen auch innerhalb des Unternehmens Bio Company.
Für das Jahr 2011 finden Sie das Archiv der Kolumne hier. Aber nun zu den neuen Themen dieses Jahres:
... den Trend zum Gemüse
Liebe Kundinnen und Kunden,
es tut sich etwas bei unseren Essgewohnheiten! Aktuelle Ernährungsdebatten drehen sich längst nicht mehr allein um die Frage, was gesund ist. Kein ernsthaftes Gespräch übers Essen kann heute noch die fatalen Folgen der Intensivtierhaltung für das Weltklima unerwähnt lassen. Doch nicht nur deshalb überdenken jetzt immer mehr Verbraucher ihr Verhältnis zu Schinken und Schnitzel.
Spätestens seit Jonathan Safran Foer mit seiner Streitschrift "Tiere essen" so überzeugend für die drastische Senkung des Fleischkonsums plädierte, ist hierzulande auch aus ethischen Gründen die Ablehnung der oft qualvollen Massentierhaltung gewachsen. Studien sprechen von weit über sechs Millionen Menschen in Deutschland, die zu fleischloser Ernährung übergegangen sind.
Es sieht ganz danach aus, als sei die einst belächelte, vegetarische Lebensweise zu einem Trend geworden, der die Mitte der Gesellschaft erreicht hat. Erst kürzlich bissen die beiden Tatortkommissare Odenthal und Kopper demonstrativ in ihre "Veggie-Burger", bevor sie den Mörder im Schlachthof stellten. Der Appell zur Abkehr von industrieller Fleischproduktion war deutlich.
Dennoch fragt sich, wer die "besseren Esser" sind: Vegetarier, die Fleisch und Fisch weglassen, aber Eier, Milch und Käse von konventionellen Erzeugern konsumieren und deren Tierhaltung weiter mit in Kauf nehmen?
Biokunden, die weniger Fleisch als der Durchschnitts-Deutsche essen und dasselbe nur aus ökologischer Produktion kaufen? Oder Veganer, die ganz ohne tierische Zutaten für ihre Mahlzeiten auskommen und so – zumal als
Biokunden – das moralisch und ökologisch konsequenteste Ernährungsverhalten für sich beanspruchen?
Welche Antwort auch immer Sie für sich persönlich auf solche Fragen geben, Ihre Entscheidung für nachhaltig erzeugte Lebensmittel und gegen die Irrwege der Agrarindustrie bekräftigen Sie mit jedem Einkauf bei der BIO COMPANY aufs Neue. Und gleich, ob Sie als Teil- oder Vollzeit-Vegetarier oder vegan leben, für Ihren appetitlich reich gedeckten Tisch sorgt unser vielseitiges Angebot in jedem Fall!
Es grüßt Sie herzlich Ihr Georg Kaiser
... das Thema "Wir haben es satt!" - Sie auch?
Liebe Kundinnen und Kunden,
Biolandbau findet in Deutschland heute auf über einer Million Hektar Fläche statt! Das sind fast sechs Prozent vom Ganzen und der Zuwachs hält an. Soweit die gute Nachricht. Gut für Sie, wenn Sie vorwiegend heimische Bioprodukte kaufen möchten. Gut für uns, weil wir Ihnen mehr Produkte aus Ihrer Nachbarschaft anbieten wollen. Gut auch für Produzenten, die nicht weit her holen müssen, was nah dran erzeugt werden kann. Zeigt also der grüne Daumen bei uns nach oben? Leider nicht ganz, denn das ist die schlechte Nachricht: Die Menge der hierzulande ökologisch erzeugten Lebensmittel bleibt weit hinter Ihrer Nachfrage zurück.
Trotz guter Absatzchancen für Bio-Produkte steigt die Zahl der Bauern, die aktuell auf Biolandwirtschaft umstellen wollen, zu langsam. Das ist so, weil ohnehin zu knappe Fördermittel für Umsteller immer mehr gekürzt werden. Und weil sich zukünftige Biobauern den kleinen Rest nun auch noch mit Erzeugern teilen müssen, die nach undurchsichtigen Maßstäben als "nachhaltig" eingestuft werden.
Hat die doch für alle Landwirte und Verbraucher zuständige Ministerin etwa nur für Lobbyisten der Agrarindustrie ein offenes Ohr? Steht sie deshalb so hartnäckig auf der Bremse bei einer stärker ökologisch ausgerichteten Reform der EU-Agrarpolitik?
Anfang 2011 haben rund 22.000 Menschen laut gegen eine Politik protestiert, die weiter den industriellen Raubbau fördert statt ressourcenschonenden, ökologischen Landbau endlich angemessen zu honorieren. Ilse Aigner stellt sich bisher taub.
Darum müssen wir es ihr jetzt am 21. Januar noch lauter sagen: "Wir haben es satt!". Die BIO COMPANY ist bei der Demonstration dabei. Bitte kommen Sie auch!
Es grüßt Sie herzlich Ihr Georg Kaiser

