
19 sich gemausert, langsam und stetig, Jahr um Jahr, Korn um Korn. Auch wenn es so wirkt – der Hirsemann von Brandenburg ist kein „lonesome cowboy“. Schon als Jugendlicher war er in seiner Hei- matstadt Werder (Havel) aktiv: mit vielen Gleichgesinnten beim Naturschutz- bund. Heute wohnt er in einem alten Bauernhaus und beschäftigt sich am liebsten mit seiner Tochter. Auch mag er es, dort dem Röhren der Hirsche zu lauschen. Keinesfalls hat er vor, sein 2-Artikel- Sortiment auszuweiten. Eine Sache macht er, und die macht er richtig. Maschinen. Sie reinigen, schälen, sortieren. Das ist alles andere als banal; ein Hirsekorn wandert durchschnittlich viereinhalb Mal durch die Anlage, bis es genussfertig ist. Dazwischen flitzt der Müller hin und her, prüft fasziniert die Funktion der Apparate, füllt um, fährt Säcke durch die Gegend, fegt. Die Improvisation spielt noch immer mit. In einer Ecke steht das beinahe historische Relikt aus seiner Gründerzeit: der gute Tornado, ein Transportgebläse. Der Anbau läuft rein regional. Die meisten Bauern sind in Anbauverbänden. Ab 2011 soll sogar in kompostierbare Tüten verpackt werden. Das macht der einzige Helfer, ein älterer Herr mit ruhiger Hand. Und was macht die Hirse jetzt so besonders? Einiges. Sie enthält mehr Energie, Eisen und Magnesium als andere Kornarten. Dazu Silizium. Das macht die Haare schön. Überdies ist das goldene Korn glutenfrei, als Ganzes oder zu Flocken gequetscht. Das sind nämlich die zwei Endprodukte. Punkt. Die abfallenden Spelzen wiederum können als Füllmaterial, die aussortierten Körner zum Heizen genutzt werden. Ja, auch eine Heizung gibt es mittlerweile. Er hat „Der Besen ist das wichtigste Ar- beitsinstrument eines Müllers.“ „Wie es dazu kam, kann ich eigentlich gar nicht so genau sagen. War wohl in gewisser Weise Bestimmung.“ Hirseflockenaus der Mark Brandenburg,Vollkorn Hirse aus der Mark Brandenburg, Vollkorn unseRe PaRtneR aus deR Region